Erfolg kommt nach dem Fall

Was der Seiltanz Sie für Leben und Praxis lehrt

Ein ganz normaler Montagmorgen in der Hausarztpraxis: Ungeduldige Patienten im Wartezimmer, ein Berg an zu unterzeichnenden Unterlagen auf den Tischen, ein Ultraschall muss vorbereitet werden, im Sprechzimmer eine Patientin, die sich nicht beruhigen lässt, das Telefon klingelt im Minutentakt, MFA rennen von rechts nach links, versuchen die Brandherde zu löschen, wo sie aufflammen. Mittendrin Frau Dr. Krüger, die ihre Praxis nur so kennt: Es brennt an allen Ecken; wer hier nicht gelernt hat, den metaphorischen Feuerlöscher zu bedienen, verliert. Dr. Krüger schüttelt den Kopf, geht zurück an die Arbeit, hofft, dass sie auch diesen Tag in ihrer Praxis einfach übersteht, sich irgendwie in der Balance halten kann – Zeit und Raum für neue Ideen, für kreative Ansätze, für Erfolg, für grundsätzliche Problemlösung? Fehlanzeige. Schließlich könnte alles schiefgehen.

Hallo, spricht da die Feuerwehr?     

Kennen Sie diese Angst von Frau Dr. Krüger? Sie sitzen inmitten Ihrer brennenden Praxis, wollen eigentlich neue Privatpatienten gewinnen, medizinisch sinnvolle Selbstzahlerleistungen überzeugend kommunizieren, ein QM etablieren. Schwere Aufgaben, wenn Zeit, Kreativität und Mut fehlen. Wenn Sie Angst haben, loszulassen.

Es gibt eine simple Erklärung für Ihr mentales Hamsterrad, das Sie davon abhält, Ihren Ängsten zu begegnen. Wir erklären Ihnen daher heute, was der Seiltanz Sie für Ihr Leben und Ihre Praxisführung lehrt, und was Sie tun können, um erfolgreicher zu werden.

Newsletter zum Thema Erfolg und Misserfolg in der Arztpraxis

Seiltanz für Anfänger

Stellen Sie sich vor, ein witziger Freund hat Geburtstag und lädt Sie zu seiner Feier ein, bei der Sie gemeinsam eine neue Sportart ausprobieren. Ihr Freund möchte lernen, auf einem Seil zu balancieren. Weil Sie Ihren Freund mögen (und weil er ja Geburtstag hat), machen Sie mit:

Ab zum Trendsport Slacklining. Zwischen zwei niedrigen Betonpfosten stellen Sie sich vorsichtig auf das gespannte, breite Gurtband, die sogenannte Slackline. Automatisch heben Sie beide Arme, um das Gleichgewicht zu halten. Es ist wacklig, eine ungewohnte Situation. Sie halten sich ein paar Sekunden, dann kippen Sie auf den Boden, lachen. „War ja auch der erste Versuch!“, sagt Ihr Freund. „Los, mach weiter.“ Und Sie versuchen es weiter und weiter und weiter. Raufsteigen, balancieren, einen Schritt gehen, dann zwei, runterfallen, aufstehen, raufsteigen.

Am Ende des Tages schaffen Sie es, die ganze Leine entlang zu wandern und sind stolz. Beim nächsten Mal, verabreden Sie mit Ihrem Freund, versuchen Sie es mit der höheren Leine.

Seiltanz in der Arztpraxis 

Wären Sie tatsächlich auf diesem artistischen Geburtstag gewesen, wäre es Ihnen egal, dass Sie immer wieder runterfallen und aufsteigen mussten. Sie hätten die Slackline nicht abgerissen, zusammengerollt und in eine Ecke geworfen, nur weil Sie frustriert sind, dass es nicht sofort funktioniert. Denn Sie wissen ja: Sie probieren gerade etwas ganz Neues aus!

Dieses Prinzip gilt auch für alles Neue in Ihrer Praxis: Ausprobieren, runterfallen, neu versuchen, adaptieren.

Wer sich fallen lässt, kann fliegen

Das ist die wichtigste Lektion, die man beim Seiltanz lernt: Wer einmal balancieren will, muss sich auf das Seil trauen.

Es ist entscheidender, tatsächlich auf das Seil zu steigen, anstatt sich um das Fallen zu sorgen.

Wenn Sie an Vertrauen gewinnen und lernen, dass Sie nach jedem Fallen auch wieder aufstehen können, balancieren Sie irgendwann wie von selbst. Wenn Sie stattdessen immer nur daran denken, dass Sie gleich wieder vom Seil herunterfallen werden, dann balancieren Sie gar nicht erst richtig. In dieser Abwärtsschleife wird alles nur schlimmer. Sie trauen sich nichts zu.

Für Ihre Praxis bedeutet das:

Wenn Sie täglich nur auf das Feuer, das Chaos oder die Turbulenzen konzentriert sind, also immer an das Fallen und an Ihre Ängste denken, dann denken Sie kurzsichtig. Sie reagieren lediglich auf alle störenden Faktoren dieses schlechten Moments – auf das am hellsten lodernde Feuer.

Wenn Sie Herausforderungen aktiv begegnen, dämmen Sie die Hektik ein, gewinnen automatisch mehr Zeit, Kontrolle, Weitsicht und werden erfolgreicher: Sie lernen nämlich, aufzustehen und auf dem Seil zu balancieren. Sie überwinden Ihre Furcht.

Ängste verstehen    

Angst ist eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers: Ist Gefahr da, können wir Kampf oder Flucht wählen. Das schützt uns, erhält uns am Leben. In gewissen Maßen ist Angst auch vorteilhaft, besagt das Yerkes-Dodson-Gesetz: Angst auf einem mittleren Niveau kann unsere Leistung steigern. Zu viel Angst wirkt sich dagegen immer negativ auf unsere Leistungen und unsere Ideen aus. Die Angst vor dem Scheitern sorgt also dafür, dass wir uns nicht zutrauen, auf eine Slackline zu steigen.

Angst vor einem Konflikt hält uns davon ab, auszusprechen, was wir wirklich wollen und zu zeigen, was in uns steckt. Je öfter wir aber die Situation vermeiden, die uns Angst macht, umso bedrohlicher wird die Angst.

Angst überwinden       

Deswegen ist es so wichtig, dass Sie lernen: Runterfallen ist immer Teil des Versuchs. Bevor Sie richtig balancieren können, werden Sie immer wieder stolpern, wackeln und fallen.

Tricksen Sie Ihre Angst aus und denken Sie um. Um von Ihrer Angst vor dem Misserfolg nicht mehr gelähmt zu werden, gewöhnen Sie sich daran, dass Sie hin und wieder vom Seil fallen. Wenn Sie das schaffen, erkennen Sie das Fallen als Teil des Erfolgsmodells an.

Misserfolg als Teil des Erfolgs

Es ist aufregend, etwas Neues auszuprobieren und es funktioniert selten sofort.

Innovative Ideen in einer Arztpraxis müssen getestet werden. Dass dabei auch mal etwas aus der Balance kippt, das ist klar. Ohne Fallen geht es nicht.

Sie können sich zum Beispiel vorstellen, ein Online-Sprechzimmer einzurichten? Sie haben Angst, dass die Patienten es nicht nutzen, dass es nicht auf Anhieb funktioniert, dass Sie nicht wissen, wie Sie es umsetzen sollen…Stopp!

Legen Sie einfach los. Gehen Sie dann aktiv die Aufgaben an, die sich ergeben. Befragen Sie einen IT-Experten. Holen Sie Feedback von Ihren Patienten ein. Testen Sie danach, was Sie verbessern können. Sprechen Sie Kolleginnen und Kollegen an, ob Sie sich zusammenschließen wollen.

Nach und nach werden Sie gemeinsam auf dem Seil balancieren.

Vermeiden Sie das Runterfallen nicht um jeden Preis, sondern sehen Sie, dass ein Innovationsvorhaben nur MIT den Fehlern ablaufen kann. Schränken Sie Ihren Mut und Ihre Ideen nicht ein, indem Sie weniger ausprobieren.

Ohne Misserfolg kein Erfolg.

Loslassen und losfliegen

Egal, ob Sie Ihren Praxisalltag verbessern, das EDV-System updaten, Ihren Patienten eine bessere Versorgung ermöglichen oder den Herausforderungen des Gesundheitssystems ganz anders begegnen wollen: Sie müssen kein Einsteigerartist sein.

Entwickeln Sie innovative Lösungen. Seien Sie kreativ, haben Sie Mut, trauen Sie sich etwas zu. Nur wenn Sie loslassen, können Sie fliegen lernen – oder auf der Slackline tanzen.

Sie können natürlich Ihren Lernprozess auch stark verkürzen. Indem Sie von den Erfahrungen von über 1.600 Praxen profitieren, die bereits sehr erfolgreich mit unseren DocSys™- Praxismanagementinstrumenten arbeiten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Ihr  Jan Ackermann