Das Potential des Lernens

Wissen Sie erst oder lernen Sie schon?

Seit Jahren liegen sich die Praxen von Dr. Wünscher und Dr. Freund in der zweiten Etage des Hauses gegenüber. Er: Pneumologe. Sie: Hautärztin. Die Türen an beiden Enden des Flures stehen grundsätzlich offen, man trifft sich regelmäßig zum Mittagessen, die MFA der Teams tauschen sich aus, man hilft sich gegenseitig, wo man kann. Trotz der fachlichen Unterschiede kommen Dr. Wünscher und Dr. Freund oft zusammen, um voneinander zu lernen: Wie lief es heute bei dir? Was würdest du gerne verbessern? Kannst du mir einen Rat geben? Hast du schon einmal von dieser neuen Methode gehört? Für die beiden ist dieser Wissensaustausch selbstverständlich und bereichernd geworden. Nur noch selten denken sie an Dr. Klett, der im fünften Stock ganz oben seine Praxis betreibt, sich abschottet und die beiden unter ihm nur belächelt – er hält nichts von diesem Querdenken, von diesen neuen Ideen. Dr. Wünscher und Dr. Freund sind sich einig: Er verpasst so einiges.

Lernende vs. Allwissende      

Welcher Praxis würden Sie lieber angehören? Der im zweiten Stock, die eine offene Miteinander-Kultur pflegt oder der im fünften Obergeschoss, die sich über die Kollegen stellt, von seinem hohen Ross nicht absteigt und der Meinung ist, alles schon richtig zu machen? Sind Sie Lernende oder ein vermeintlich Allwissender?

Wir zeigen Ihnen heute auf, warum es diese beiden mentalen Haltungen zu unterscheiden gilt, wie Sie sich und Ihr Team testen können und mit welcher Haltung Sie Ihre Praxis zum Erfolg führen.

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Wachstum oder Stagnation  

Wir bei JAN ACKERMANN medical management ecken gerne an. Wir stellen den Status Quo regelmäßig in Frage, wollen immer wieder Neues lernen. Wenn wir nicht ständig so handeln würden, könnten wir Sie nicht gut beraten. Schließlich verändern sich die Welt und das Gesundheitswesen so schnell, dass es fast jeden Tag etwas Anderes zu entdecken und zu beurteilen gibt. Für Sie brauchen wir dieses neue Wissen. Warum sich dem Dazulernen also verschließen?

Diese mentale Haltung ist aus dem Englischen bekannt als Growth Mindset, der Wachstumsmentalität, ein Konzept der Psychologie- Professorin Carol Dweck von der Universität Stanford.

Dem gegenüber steht das sogenannte Fixed Mindset, die fixierte Denkweise – oder auch ganz einfach gesprochen: Der allzu bekannte, oft unbeliebte (vermeintliche!) Alleswisser. Er oder sie gibt sich gerne behäbig und geistig so bereichert, dass das Aufraffen und Weiterbilden in anderen Bereichen für neue Chancen nicht in sein oder ihr Weltbild passt.

Auch uns sind diese Fixed-Mindsetter schon begegnet. Ihnen auch? Vielleicht kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor: „Also, für Dr. Freund mag das ja vielleicht gut sein, aber in unserer Praxis können wir das nie und nimmer umsetzen, das ist schier unmöglich.“

Die feinen Unterschiede  

Für jemanden mit Wachstumsmentalität ist es selbstverständlich, dass das Lernen ein Leben lang dazu gehört. Dass man mit seinen Aufgaben wächst, aus Fehlern lernt und mit Energie für eine Sache sehr weit kommt. Solche Menschen handeln aus der inneren Überzeugung heraus, dass sie alles schaffen können, wenn sie nur genug Willenskraft aufbringen und ihre Zeit klug investieren. Misserfolge sehen sie als Teil des Erfolgs.

Die fixierte Denkweise dagegen setzt den Menschen Schranken auf: Sie sind der Meinung, dass Fähigkeiten fest in unserer DNA verankert sind, wir uns nicht verändern können und nie bei etwas brillieren, was außerhalb unseres Fähigkeitsbereichs liegt. Diese Einstellung führt häufig dazu, Herausforderungen und Risiken rundheraus zu vermeiden, zu stagnieren und sich nicht vom Fleck zu bewegen.

Haben Sie schon angefangen sich zu fragen, zu welcher Gruppe Sie gehören? Stoßen Sie immer wieder auf neue Ideen, Chancen und entwickeln sich weiter? Oder verbarrikadieren Sie sich in Ihrer Praxis und schirmen sich ab?

Test: Welches Mindset hat Ihre Praxis?

Testen Sie sich und Ihre Praxis doch einmal: Welche Gedankenkultur kultivieren Sie?

  • Motivieren Sie Ihr Team und sich selbst, Lust auf Neues zu haben oder ignorieren Sie Einfälle grundlegend?
  • Probieren Sie viel aus oder klammern Sie sich an Altbekanntem fest?
  • Verteilen Sie Aufgaben im Team oder reißen Sie alles an sich?
  • Halten Sie auch in stressigen Sprechstunden durch oder werfen Sie das Handtuch?
  • Leben Sie Transparenz oder schotten Sie Ihr Team von wichtigen Entscheidungen ab?
  • Übernimmt jeder Verantwortung oder wird mit dem Finger auf andere gezeigt?
  • Hören Sie viel zu oder halten Sie Monologe?
  • Macht Sie die Digitalisierung neugierig und bleiben Sie lieber starr analog?
  • Macht Kritik Sie energiegeladen oder lässt Kritik Sie wütend werden?
  • Reflektieren Sie sich selbst oder sind Ihre Glaubenssätze in Stein gemeißelt?
  • Suchen Sie Impulse aus anderen Fachgebieten oder ist ihr Fachgebiet allen anderen überlegen?
  • Klettern Sie die Erfolgsleiter hinauf oder rennen Sie noch im Hamsterrad?

Vom Alleswisser zum Ewiglerner

Haben Sie herausgefunden, zu welcher Riege Sie gehören? Wir können Ihnen aus unserer Erfahrung mit über 1.600 Arztpraxen berichten, dass die Ewiglerner auf lange Sicht mehr Erfolg haben als die vermeintlichen Alleswisser.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Nur wenn Sie bereit sind, sich selbst zu reflektieren und sich dem ewigen Lernen zu verschreiben, können Sie aus Ihrer Praxis Ihre ganzen Potentiale herausholen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Ihr   Jan Ackermann